maikomobil II — Fiat Ducato Maxi Eigenbau, Marion und Heiko, Hamburg

Unsere Story

Warum wir zweimal ausgebaut haben — und was dahintersteckt

Die Idee

Wir sind Marion und Heiko — die Maikos. Der Name setzt sich zusammen aus ma von Marion und iko von Heiko.

Im Februar 2013 haben wir ernsthaft begonnen, den Markt zu sondieren. Das Ergebnis war ernüchternd: Es gab kein alltagstaugliches Kastenwagen-Wohnmobil unter 640 cm, das den vorhandenen Raum eines Fiat Ducato wirklich optimal nutzte. Wir haben uns die Fahrzeuge genau angeschaut — und überall irgendwelche komischen Lösungen und faulen Kompromisse gefunden.

Marion

Kabinenentwicklung Airbus (Projektmanager)

Mehr als 20 Jahre Leerraumuntersuchungen und Machbarkeitsstudien bei bestehenden und neuen Flugzeugen.

Wenn Bauraumoptimierung im großen Flugzeug funktioniert, muss es doch auch im kleinen Kastenwagen funktionieren.

Heiko

Spezialwaagenbauer

Waagenbau gelernt, 33 Jahre als Spezialwaagenbauer gearbeitet. Holz, Metall, Kunststoff — aber auch Elektrik, Hydraulik, Mechanik und Pneumatik gehörten zur täglichen Arbeit.

Wir sind beide handwerklich begabt und teilen einen ausgeprägten Hang zum Perfektionismus.

Was uns an Serienwohnmobilen gestört hat

Breite Eingangsbereich (Schiebetür)

Der Durchgang zwischen B-Säule und Küchenblock ist bei Serienfahrzeugen oft so eng, dass man mit einer Eurobox (60 × 40 cm) quer nicht hindurchpasst.

Unser Durchgang ist 71 cm breit.

Befestigungspunkte

Serienausbauer kleben Aufkleber auf Schrauben und Befestigungspunkte. Das sieht billig aus. Bei uns gibt es nur sehr wenige sichtbare Befestigungspunkte — nur dort, wo es wirklich nicht anders ging.

Küchenblock

Wir haben das in der Tiefe schmalste Kochfeld mit Spüle gewählt, das auf dem Markt erhältlich war. Die Schubladen laufen auf Vollauszügen. Flaschen können liegend transportiert werden — damit sie nicht in der ersten Kurve herausfliegen.

Kühlschrank 

Serienfahrzeuge haben fast ausnahmslos Absorber-Kühlschränke. Wir haben uns — passend zu den vielen Alu- und Edelstahlelementen — für einen Kompressor-Kühlschrank mit Edelstahltür entschieden. Den haben wir im Bootszubehör gefunden.

Toilette statt Nasszelle

Alle Serienwohnmobile haben eine Nasszelle. Die wird fast ausschließlich als Toilette genutzt. Wir haben bewusst darauf verzichtet. Die Toilette sitzt auf einem Schwerlast-Vollauszug — bei Bedarf herausziehbar, danach wieder verstaut. Der gewonnene Platz kommt dem Wohnraum zugute.

Bett-Ausstieg und Einstieg

Bei den meisten Wohnmobilen ist der Ausstieg aus dem Querbett eine echte Herausforderung. Unser Ausstieg ist 109 cm breit. Als Einstiegshilfe haben wir aus einer Schublade einen Tritt gebaut — Stauraum und Einstiegshilfe in einem.

Sichtachse

Wer beim Serienausbau auf der wohnraumseitigen Betthälfte liegt, schaut gegen eine Wand. Bei uns gibt es eine freie Sichtachse von der Liegefläche bis zur Frontscheibe.

Laderaum

Wir wollten ihn auch vom Wohnraum aus nutzen — und als natürlichen Keller: unbeheizt hält er alles kühl, auch im Sommer. Deshalb die Schiebetüren, die komplett im Küchen- und im Schrankblock verschwinden.

Gasflaschenkammer

Meistens von außen übers Heck zugänglich — also immer dann unbequem, wenn es regnet oder kalt ist. Wir haben unsere Gasflasche vom Wohnraum aus zugänglich eingebaut, direkt hinter der Schiebetür.

Fahrtgeräusche

Serienwohnmobile jackeln, quietschen, klappern und knirschen bei der Fahrt. Im maikomobil II ist alles erdbebensicher verbaut.

Material

Im Serienwohnmobilbau werden Leichtbauplatten verbaut, deren Oberfläche empfindlich gegen Stöße und Kratzer ist. Wir haben finnisches Birkensperrholz vom Fachhändler verwendet. Koski-Dekor ist sehr unempfindlich. Gut, Akazie für Arbeitsplatten würden wir beim nächsten Mal nicht wieder wählen — aber wir sind vorsichtig damit umgegangen.

Chronologie

Feb-2013

Beginn der Marktrecherche — kein passendes Kastenwagen Serienwohnmobil gefunden. 

2013 bis 2015

Bau des maikomobil I. Anschließend 1,5 Jahre im Alltag und auf Reisen genutzt. 

Dez-2016

Diebstahl des maikomobil I — zwei Tage vor dem DEKRA-Termin.

Jan-2017

Versicherung zahlt Wiederbeschaffungswert. Bestellung Fiat Ducato bei Karabag

Apr bis Aug-2017

Bau des maikomobil II — fast identisch mit dem ersten, ergänzt um alles, was wir gelernt und was wir vermisst hatten. 

2017

Suche nach Investor für die geplante Kleinserie - Leider keinen Investor gefunden.

2018 bis 2026

Alltagsnutzung als einziges vierrädriges Fahrzeug.

2026

Verkauf — nicht weil es uns enttäuscht hat, sondern weil wir im Rentenalter mehr Platz brauchen.

Das maikomobil II - und die Idee dahinter

Das maikomobil II war von Anfang an als Konzept für eine Kleinserie gedacht: ein Wohnmobil, das die Nische der Zwei-Personen-Fahrzeuge füllt — ohne Nasszelle, ohne Kompromisse beim Wohnraum, alltagstauglich unter 640 cm.


Wir haben nach einem Investor gesucht, der die Idee mit uns auf Bestellung in Kleinauflagen umsetzt. Gefunden haben wir keinen. Also haben wir das maikomobil II kurzerhand selbst genutzt — als einziges vierrädriges Fahrzeug, im Alltag und auf Reisen.



Jetzt geben wir es weiter. Nicht weil es uns enttäuscht hat, sondern weil wir im Rentenalter mehr Platz brauchen.